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KI eingeführt. Mitarbeitende geschult. Warum verändert sich trotzdem so wenig?

15. Okt.
6 Min. Lesezeit

Was KI-Trainings für Unternehmen leisten müssen, damit aus ersten Anwendungen bessere Arbeitsabläufe werden.

Die KI-Lizenzen sind da. Das erste Training ist absolviert. Mitarbeitende haben gelernt, Prompts zu formulieren, Texte zusammenzufassen und Ideen mit Künstlicher Intelligenz zu entwickeln.


Die Stimmung nach dem Workshop ist gut. Vieles scheint möglich.

Einige Wochen später zeigt sich jedoch: Einzelne nutzen KI regelmäßig. Andere haben sie wieder aus ihrem Arbeitsalltag verdrängt. Und die Abläufe im Unternehmen funktionieren weitgehend wie zuvor.


Was fehlt?

Ein KI-Training kann Wissen vermitteln und neue Möglichkeiten eröffnen. Damit daraus eine spürbare Verbesserung entsteht, müssen Menschen dieses Wissen auf ihre Aufgaben übertragen können. Sie brauchen geeignete Anwendungen, klare Rahmenbedingungen und Gelegenheit, gemeinsam zu lernen.


Ob ein Training wirkt, zeigt sich auch daran, was nach dem Training anders gemacht wird.


KI schafft Nutzen. Die Umsetzung bleibt anspruchsvoll


DER STANDARD berichtet am 1. Oktober 2026 über eine internationale Untersuchung von BearingPoint: Fast drei Viertel der befragten Organisationen mit implementierter KI verzeichnen positive wirtschaftliche Effekte. Gleichzeitig liegen lediglich 13 Prozent mit ihren KI-Initiativen im Plan. Als Hürden nennt der Bericht unter anderem die Einbindung in bestehende IT-Systeme, gesetzliche Vorgaben und die Verfügbarkeit verlässlicher Daten.


Die Untersuchung bewertet nicht die Wirksamkeit einzelner KI-Schulungen. Sie macht aber deutlich, warum Unternehmen bei der Weiterbildung über die Bedienung eines Tools hinausdenken sollten: Die Anwendung muss zu den tatsächlichen Arbeitsbedingungen passen.


Für die Personalentwicklung ergibt sich daraus eine praktische Frage: Welche Fähigkeiten brauchen Mitarbeitende und Führungskräfte, um KI im eigenen Verantwortungsbereich sinnvoll einzusetzen?


Ein guter Prompt ist erst der Anfang


Eine präzise Aufgabenstellung hilft, bessere KI-Ergebnisse zu erhalten. Deshalb gehört das Formulieren und Weiterentwickeln von Prompts in viele KI-Trainings.


Im Arbeitsalltag entstehen jedoch weitere Fragen.

Kann ich mich auf die Antwort verlassen? Welche Informationen fehlen? Darf ich die verwendeten Daten in dieses System eingeben? Wer prüft das Ergebnis, bevor es weitergegeben wird? Und ist KI für diese Aufgabe überhaupt geeignet?


KI-Kompetenz bedeutet deshalb auch, Ergebnisse fachlich beurteilen und Grenzen erkennen zu können. Ein überzeugend formulierter Text kann falsche Angaben enthalten. Eine Zusammenfassung kann einen entscheidenden Vorbehalt auslassen. Ein Vorschlag kann plausibel wirken und trotzdem nicht zu den Anforderungen des Unternehmens passen.


Wer KI nutzt, braucht genügend Verständnis, um zu erkennen, wann Nachfragen, Prüfen oder menschliche Entscheidungen notwendig sind.

Ein praxisnahes KI-Training sollte genau diese Urteilskraft stärken. Dazu gehören Übungen, bei denen Teilnehmende Ergebnisse vergleichen, Fehler suchen, fehlenden Kontext ergänzen und begründen, welche Fassung sie verwenden würden.


Warum echte Aufgaben in ein KI-Training gehören


Stellen wir uns ein Vertriebsteam vor, das KI zur Vorbereitung von Angeboten einsetzen möchte.


In einer allgemeinen Demonstration entsteht innerhalb weniger Sekunden ein gut formulierter Entwurf. Im Unternehmen sind die Voraussetzungen komplizierter: Kundeninformationen liegen in verschiedenen Systemen. Leistungsbeschreibungen müssen aktuell sein. Preise dürfen nicht frei ergänzt werden. Bestimmte Zusagen brauchen eine Freigabe.


Eine passende Trainingsaufgabe würde diese Bedingungen berücksichtigen. Das Team könnte mit freigegebenen oder anonymisierten Beispieldaten erproben:


  • Welche Informationen braucht die KI für einen brauchbaren Entwurf?

  • Welche Angaben muss sie aus einer verlässlichen Vorlage übernehmen?

  • Welche Inhalte dürfen nicht automatisch ergänzt werden?

  • Wie wird der Entwurf geprüft?

  • Wie passt das Ergebnis in den nächsten Arbeitsschritt?


Dabei kann sichtbar werden, dass ein Problem gar nicht beim Prompt liegt. Vielleicht fehlt eine aktuelle Vorlage. Vielleicht ist die Zuständigkeit für die Freigabe unklar.

Auch das ist ein wertvolles Ergebnis. Denn es zeigt, welche Voraussetzungen für den sinnvollen Einsatz noch geschaffen werden müssen.


Je näher eine Übung an der tatsächlichen Arbeit liegt, desto konkreter lässt sich beurteilen, was davon im Alltag brauchbar ist.


Mitarbeitende und Führungskräfte brauchen unterschiedliche Kompetenzen


Nicht alle Menschen im Unternehmen müssen dasselbe über KI lernen.


Mitarbeitende brauchen Anwendungssicherheit für ihre Aufgaben: Informationen sinnvoll aufbereiten, Ergebnisse prüfen, geeignete Einsatzmöglichkeiten erkennen und innerhalb der vereinbarten Rahmenbedingungen arbeiten.


Führungskräfte müssen zusätzlich beurteilen können, welche Anwendungen zum Ziel ihres Bereichs beitragen. Sie müssen Verantwortung klären, Zeit für Erprobung ermöglichen und entscheiden, wie mit neuen Arbeitsweisen umgegangen wird.


Wenn KI beispielsweise die Vorbereitung eines Berichts beschleunigt, bleibt eine Führungsfrage offen: Wofür wird die gewonnene Zeit genutzt? Für gründlichere Analyse? Für bessere Kundenbetreuung? Für andere Aufgaben, die bisher liegen geblieben sind?


HR und Personalentwicklung wiederum müssen erkennen, welche Fähigkeiten in welchen Rollen aufgebaut werden sollen und wie sich das Lernen begleiten lässt.

Ein gemeinsames Grundverständnis ist hilfreich. Darauf können gezielte Lernangebote für unterschiedliche Aufgaben und Verantwortungsbereiche aufbauen.


Der Transfer beginnt vor dem Training


Wer den Nutzen eines KI-Trainings erst nach dem letzten Workshop-Block diskutiert, lässt eine wichtige Gelegenheit ungenutzt. Schon vorab sollte klar sein, was die Teilnehmenden anschließend besser können sollen. „Wir möchten etwas über KI lernen“ ist ein verständlicher Einstieg. Für die Gestaltung eines Trainings hilft ein konkreteres Ziel.


Zum Beispiel:


„Unser Assistenzteam soll aus freigegebenen Besprechungsnotizen einen strukturierten Entwurf für ein Ergebnisprotokoll erstellen und dessen Vollständigkeit prüfen können.“


Damit lassen sich passende Übungen entwickeln. Außerdem wird sichtbar, was im Unternehmen vorbereitet werden muss: ein erlaubtes Tool, geeignete Beispieldaten, eine Protokollvorlage und nachvollziehbare Prüfkriterien.


Nach dem Training braucht es Gelegenheit zur Anwendung. Eine überschaubare Erprobungsaufgabe und ein vereinbarter Austausch können helfen: Was hat funktioniert? Wo war Nacharbeit nötig? Welche Fragen sind aufgetaucht?


So erhält das Unternehmen Rückmeldung darüber, welche Kompetenzen bereits vorhanden sind und wo weitere Unterstützung sinnvoll ist.


Woran erkennt man, dass ein KI-Training etwas verändert


Die Zufriedenheit der Teilnehmenden ist ein wichtiges Signal. Sie sagt allerdings noch wenig darüber aus, ob die neuen Fähigkeiten im Arbeitsalltag genutzt werden.


Für eine aussagekräftige Bewertung lohnt sich der Blick auf drei Fragen:


Können die Teilnehmenden die Aufgabe eigenständig lösen? Dazu gehört auch, problematische Ergebnisse zu erkennen und angemessen damit umzugehen.

Wird die Anwendung im Alltag tatsächlich genutzt? Wenn nicht, sollte das Unternehmen nach den Gründen fragen. Vielleicht fehlen geeignete Aufgaben, Zugänge oder klare Regeln.

Verbessert sich das vereinbarte Ergebnis? Je nach Ziel kann es um Bearbeitungszeit, Qualität, weniger Korrekturschleifen oder leichter verfügbares Wissen gehen.


Beim Protokollbeispiel ließe sich die gesamte Zeit vom Beginn der Aufbereitung bis zur geprüften Endfassung vergleichen. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob Beschlüsse und Zuständigkeiten vollständig und korrekt enthalten sind.


Ein schneller Entwurf ist hilfreich. Entscheidend ist, ob auch nach der notwendigen Prüfung eine Verbesserung bleibt.


Wann reicht eine KI-Schulung - und wann braucht es eine KI-Werkstatt?


Wenn ein Unternehmen bereits weiß, welche Anwendung es nutzen möchte und welche Fähigkeiten dafür fehlen, kann ein gezieltes KI-Training der passende nächste Schritt sein.


Manchmal liegen die offenen Fragen jedoch davor:

Wo könnte KI sinnvoll helfen? Welches Problem hat Vorrang? Welche Daten und Systeme stehen zur Verfügung? Und welche Anwendung lohnt es sich zuerst zu erproben?


Für diese Fragen haben wir bei KI-TRAININGS die KI-Werkstatt für Unternehmen entwickelt. Gemeinsam werden konkrete Anwendungsfälle identifiziert, Potenziale bewertet und nächste Schritte erarbeitet. Die Fragestellungen der eigenen Organisation bilden den Ausgangspunkt.


Dabei kann sich zeigen, dass zunächst Orientierung nötig ist. Oder dass ein ausgewählter Anwendungsfall bereits konkret genug ist, um darauf abgestimmte Kompetenzen aufzubauen.



Weiterbildung die zum Unternehmen passt


Bei KI-TRAININGS verbinden wir praxisnahe KI-Kompetenz mit strategischer Orientierung und einem konsequent menschenzentrierten Ansatz. Hinter KI-Trainings.at steht Nahed Hatahet.


Unser Angebot umfasst strukturierte Trainings ebenso wie individuell abgestimmte Formate und die KI-Werkstatt. Je nach Ausgangslage stehen Grundlagen, konkrete Aufgaben oder die gemeinsame Arbeit an unternehmerischen Fragestellungen im Mittelpunkt. Die Formate sind online, hybrid oder vor Ort durchführbar.


Für Unternehmen in Österreich, die Mitarbeitende und Führungskräfte im Umgang mit KI weiterbilden möchten, beginnt die Auswahl deshalb mit einer einfachen Frage:


Was sollen Ihre Menschen nach dem Training in ihrem Arbeitsalltag besser können?


Aus dieser Antwort lässt sich ein sinnvoller Lernweg entwickeln.


Was soll bei Ihnen nach dem Training anders sein?


Vielleicht möchte Ihr Team KI erstmals sicher einsetzen. Vielleicht nutzen einzelne Mitarbeitende bereits verschiedene Anwendungen, während gemeinsame Standards fehlen. Oder erste Versuche funktionieren, haben aber noch keinen festen Platz im Arbeitsalltag gefunden.


Beschreiben Sie uns, wo Ihr Unternehmen steht und was Sie verbessern möchten. Gemeinsam klären wir, ob ein KI-Training, ein individueller Workshop oder die KI-Werkstatt zu Ihrem Bedarf passt.




WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:


Zum Anlass dieses Beitrags: Anlass dieses Beitrags ist der STANDARD-Artikel „Studie: KI-Einsatz lohnt sich bis jetzt für die wenigsten Firmen“ vom 1. Oktober 2026. Wir greifen die Ergebnisse auf und zeigen, was sie aus unserer Sicht für die Weiterbildung und praktische KI-Anwendung in Unternehmen bedeuten.


Welche strategischen Entscheidungen hinter einem wirksamen KI-Einsatz stehen, vertieft Nahed Hatahet in seinem Beitrag „KI gekauft. Wirkung erwartet. Veränderung vergessen?“ Darin zeigt er, warum Unternehmen ihre Prozesse, Zuständigkeiten und Ziele mitdenken müssen, damit aus einzelnen Anwendungen wirtschaftlicher Nutzen entsteht.



AUTOR: Nahed Hatahet Digital- und AI-Transformationsexperte, Keynote Speaker und Gründer von KI-TRAININGS.at.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde auf Basis der fachlichen Inhalte und Aussagen von Nahed Hatahet erstellt. Für Redaktion, sprachliches Feintuning und Struktur kamen unterstützend KI-Werkzeuge zum Einsatz. Sämtliche Inhalte wurden vom Autor fachlich geprüft und freigegeben.

 
 
 

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